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Okt 04

Sieben Spieltage war die Saison alt mit sieben Bundesligapartien, von denen Hertha genau eine gewann und sich damit am Tabellenende wiederfand, als die Verantwortlichen beim BSC die Reißleine zogen und Trainer Lucien Favre freistellten – den Coach, der bei seinem Amtsantritt zwei Jahre zuvor von Vereinsführung, Medien und Fans einhellig als Heilsbringer empfangen wurde und mit einem Vertrauensvorschuss ausgestattet wurde, wie wohl kein Übungsleiter vor ihm.

Und während viele weiter Stein und Bein auf Favre schwören, war der Vertrauensvorschuss bei der Vereinsführung offensichtlich aufgebraucht. Doch wie konnte das so schnell nach der erfolgreichsten Saison seit langem passieren?

Rückblende: Als Favre von Dieter Hoeneß als neuer Hertha-Trainer vorgestellt wurde, hatten selbst Experten den sympathisch auftretenden Schweizer nicht auf dem Schirm. So konnte er völlig frei von irgendwelchen Vorurteilen, aber doch mit reichlich Vorschußlorbeeren aus dem Zürcher Vereinsumfeld seine Pläne verkünden. Er galt als Coach, der mit wenig finanziellen Mitteln maximalen sportlichen Erfolg holen kann – mithin genau das, was Hertha aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen suchte. Und so warb Favre mit einem Dreijahresplan, an dessen Ende für 2010 das Mitspielen um die Deutsche Meisterschaft stand. Der Weg dahin sollte gepflastert sein mit „One Touch”-Football, dargeboten von „polyvalenten” Spielern, die als Mannschaft ohne Stars funktionieren – „das ist klar”.

Doch die Realität sah schnell anders aus. Nachdem Favre in den ersten Wochen munter die verschiedensten Aufstellungen durchprobiert hatte, begann er seine Spieler schlecht zu reden und kundzutun, dass er seine Pläne mit dem vorhandenen Spielermaterial nicht umsetzen könne. Die Mannschaft reagierte verunsichert und der Zuschauer fragte sich, warum sich der Herr nicht im Voraus mit dem Team beschäftigt hatte, das er erfolgreich machen wollte. Offenbar war es Dieter Hoeneß, der in dieser Situation ein Machtwort sprach und Favre aufzeigte, dass das Niedermachen der Spieler in der Öffentlichkeit sicher nicht der richtige Weg sein kann.

Im Anschluss war in der Öffentlichkeit keine Kritik mehr zu hören und nachdem Favre in der nächsten Transferperiode einige Wunschspieler erhalten hatte, besserte sich auch das Spiel. Phasenweise erkannte der Zuschauer, welchen Fußball Favre spielen lassen wollte. Doch häufig dauerte die gute Vorstellung der Hertha kürzer als eine Halbzeit, ansonsten halfen beim Punkten immer wieder Einzelaktionen der von Favre eigentlich geschmähten Stars – und eine Defensive um Josip Simunic, dem Favre ursprünglich schon die Bundesliga-Tauglichkeit abgesprochen hatte, die hinten den Kasten so sauber hielt, dass oft ein einziges Törchen vorn den Sieg sicherte.

Doch dies waren nur die nach außen hin sichtbaren Anzeichen. Jetzt, im Zuge der Trainerentlassung, kommen nach und nach die Interna ans Licht der Öffentlichkeit, die zeigen wie sehr sich Favre mit einzelnen Spielern, vielleicht sogar der kompletten Mannschaft überworfen hatte. Möglicherweise war Favre nur in der Öffentlichkeit der zurückhaltende Strahlemann, der das „Kollektiv” in den Focus rücken wollte, doch intern hinderten ihn persönliche Eitelkeiten daran, die richtige Mischung in der und Ansprache an die  Mannschaft zu finden. Trotz des Höhenflugs der vergangenen Saison fragten sich immer mehr Spieler, was da eigentlich passiert, und die Bereitschaft dem Trainer zu folgen schwand augenscheinlich schon im Laufe der Rückrunde. Allein der anhaltende Erfolg übertünchte die Risse, die hinter aller Meisterschaftseuphorie immer tiefer wurden.

Lucien Favre ist für mich der Sozialismus unter den Fußballtrainern – in der Theorie eine hervorragende Idee, in der Praxis aber mit scheinbar unüberwindbaren Problemen konfrontiert. Was in einem kleinen abgeschlossenen System noch funktionieren kann, bekommt in Konkurrenz zu anderen Philosophien stehend seine Grenzen aufgezeigt.

Favres Kampfansage lautete, dass er nicht ein weiterer Trainer werden wolle, der bei Hertha scheitert. Nun steht er doch in dieser Reihe und wird am 6. Oktober eine Pressekonferenz zu seiner sportlichen Zukunft halten. Ihm ist zu wünschen, dass er wieder in einem kleinen abgeschlossenen Biotop arbeiten und Erfolge feiern kann. Oder dass er einen Verein mit kaum begrenzten Ressourcen findet, in dem er seine Vorstellungen noch einmal auf eine echte Bewährungsprobe stellen kann. Dann wird sich zeigen, ob er zwangsläufig und vielleicht zuallererst an sich selbst scheitern musste, oder ob tatsächlich Hertha BSC wieder einmal der entscheidende Stolperstein für einen Trainer war.

Bonne chance et merci beaucoup, Monsieur Favre!

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Aug 09

Stein oder nicht Stein; das ist hier die Frage:
Obs edler im Gemüt, den Hohn und Spott
Des wütenden Anhangs erdulden oder,
Sich waffnend gegen eine See von Angriffen,
Durch Verteidigung sie enden? Spielen – wechseln -
Nichts weiter! Und zu wissen, daß ein Wechsel
Das Herzweh und die tausend Stöße endet,
Die unsers Außenverteidigers Erbteil, ’s ist ein Ziel,
Aufs innigste zu wünschen. Spielen – wechseln -
Wechseln! Vielleicht auch trainieren! Ja, da liegts:
Was von der Bank für Könner kommen mögen,
Wenn wir die irdische Verstrickung lösten,
Das zwingt ihn stillzustehn. Das ist die Rücksicht,
Die Elend läßt zu solchen Spielern kommen.
Denn wer ertrüg der Kurve Spott und Geißel,
Des Stürmers Druck, des Gegners Mißhandlungen,
Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub,
Den Übermut der Ämter und die Schmach,
Die Unwert schweigendem Verdienst erweist,
Wenn er sich selbst in Ruhstand setzen könnte
Mit einem Wechsel bloß? Wer würde rennen
Und stöhnt’ und schwitzte unter Ligamüh?
Nur daß die Furcht vor etwas nach der Bank,
Das unentdeckte Land, von der Tribüne
Kein Spieler wiederkehrt, den Willen irrt,
Daß wir die Übel, die wir haben, lieber
Ertragen als zu Unbekannten fliehn.
So macht Bewußtsein Feige aus uns allen;
Der angebornen Farbe der Entschließung
Wird des Gedankens Blässe angekränkelt;
Und Unternehmen, hochgezielt und wertvoll,
Durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt,
Verlieren so der Handlung Namen. – Still!
Die reizende Hertha! – Dame, schließ
In dein Gebet all seine Sünden ein!

frei nach William Shakespeare
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Jul 24

Ja, es geht um Hamburger – aber weniger um Fastfood denn um die Spieler des FC St. Pauli, die am morgigen Sonnabend (25.07.09) ein Freundschaftsspiel gegen Hertha BSC bestreiten. Für die Berliner ist es das letzte ernsthafte Testspiel vor dem Saisonauftakt im Pokal gegen Preußen Münster; das Spiel gegen Lübars am Dienstag wird sicher nur noch ein Warmschießen.

Auf jeden Fall ist die Rechtesituation bei Testspielen deutlich einfacher als in den Wettbewerben, so dass ich von St. Pauli die Erlaubnis habe, einen Audiokommentar als Livestream zu übertragen. Daran hab ich eine Menge Spaß, auch wenn es andere Blogger gibt, die wesentlich besser kommentieren können…

Wer zuhören möchte, findet alles weitere auf http://www.hertha-inside.de/live!

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Jul 02

Dass sport-auktion.de seine Newsletter mit dem Absender „HERTHA BSC Fans“ verschickt, ist vielleicht nur in geringem Maße verwunderlich. Immerhin wäre es ja möglich, dass dort ein paar Fans arbeiten und den Newsletter verfassen, wenngleich es doch recht ungewöhnlich ist, einen solchen Absender zu verwenden.

Dass im heutigen Newsletter ein „Matchworn Langarm-Trikot Away 1996/97 von Marc Arnold“ angeboten wird – überhaupt nicht kurios. Aber dann!

Newsletter von sport-auktion.de

Newsletter von sport-auktion.de

Wir erinnern uns: Marc Arnold spielte von 1995 bis 1998 bei Hertha BSC, machte 65 Spiele und 5 Tore. Auf dem Platz fiel er mir damals vor allem durch eins auf: seine Größe! Mit den bei Wikipedia vermerkten 169 Zentimetern Länge war er häufig der Kleinste auf dem Platz.

Dass der kleine Kerl beim Spiel ein Trikot in XXL getragen hat, dass ist dann wahrlich kurios! Und eine reife Leistung, dass er nicht drüber gestolpert ist…

Oder ist das gar nicht XXL?

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Apr 23

Unsachlich, unlogisch und trotzdem ein Grund, warum Hertha BSC das nächste Spiel gewinnt:

Traurig aber wahr: kein Spiel, für das Hertha-Inside eine Foto-Akkreditierung verweigert wurde, konnte in dieser Saison gewonnen werden (Bayern, Bielefeld, Hannover).

Gegen Hoffenheim muss der Bann gebrochen werden, denn auch in Hamburg werden wir vermutlich nicht fotografieren dürfen. Und wenn sich das in den Presseabteilungen rumspricht – nicht auszudenken!

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Apr 04

Für viele Philosophen und Religionsstifter ist es der erste Schritt auf dem Weg zum Glück: trenne dich von deinem Besitz! Hertha-Coach Lucien Favre machte aus dieser Philosophie eine Erfolgstaktik für Hertha BSC. Die Mannschaft lässt den Gegner das Spiel machen, steht in der Abwehr sicher und starke Offensivkräfte machen aus wenigen Chancen ausreichend Tore.
Doch das heutige Heimspiel gegen Borussia Dortmund zeigt erneut: wenn Hertha mehr vom Spiel hat, stimmen die Ergebnisse nicht mehr.

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Apr 02

Der herrliche Satz

Das bis zur Tantiemenbefreiung abgestandene Liedgut von Pippo Verdi zum offiziellen Hymnus von Hertha BSC machen zu wollen, zeugt von einer Phantasielosigkeit, die dem Geist der VIP-Loge verpflichtet ist und sich selbst für gutes Management hält.

des Schiedsrichtergespanns erinnerte mich an die Entstehungsgeschichte der „HERTHA-Hymne” (Covertext) Blau und Weiß. Diese wurde mir vor kurzem aus Kreisen, die meinem Truncus cerebri zugeordnet werden, zugetragen.

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Mrz 28

Vor zwei Wochen erschien in der Wirtschaftswoche ein Interview, das hohe Wellen schlug. Grund: „Uli Hoeneß fordert Fußball-Soli“ (Überschrift Berliner Morgenpost)
Doch was hat der Bayern-Manager eigentlich gesagt, dass sich Politiker, Medien und Leserbriefschreiber sogleich zu Statements und Umfragen genötigt sehen? Und ist Fußball eigentlich Gemeingut oder Luxusware?

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Mrz 14

Spektakuläre Neuigkeiten im Fall „Das geht ab“: gerade gab es im Rahmen des Spiels Hertha BSC gegen Bayer Leverkusen einen Live-Auftritt von Frauenarzt und Manny Marc. Die beiden standen in der Kurve und performten die Originalversion mit dem neuen Refrain!

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Mrz 12

Unsachlich, unlogisch und trotzdem ein Grund, warum Hertha BSC das nächste Spiel gewinnt:

In dieser Saison spielt Hertha in jedem Spiel eine gute und eine schlechte Halbzeit (in variabler Reihenfolge) – in Leverkusen waren es zwei schlechte, also bleiben für’s Rückspiel zwei gute!

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